Siebträgermaschinen

Wie man perfekte Espressi zubereitet.

Ein Espresso kann pur oder als Basis für Cappuccini und Americanos süß, sauer, bitter, intensiv, schokoladig und fruchtig schmecken. Jeder mag ihn anders, jeder nimmt Säure und Bitterstoffe unterschiedlich wahr. Deshalb ist es wichtig ist, den Weg zum persönlichen, perfekten Espresso zu finden.

Wir zeigen dir in fünf einfachen Schritten, wie du deine Mühle und deine Maschine einsetzen kannst, sodass dir das ab jetzt immer gelingt!

Du benötigst:

  • Siebträgermaschine

  • Espressomühle

  • Feinwaage

  • Timer

  • Gefiltertes Wasser

  • Espressobohnen

Gut zu wissen.

Wer bei der Verwendung von Siebträgermaschinen besonders viel Geschmack in der Tasse haben möchte, wird erstaunt sein, was für einen Unterschied die Verwendung von Feinwaagen bewirkt.

Um eine Espressomühle auf eine bestimmte Röstung einzustellen, sollte man sowohl das Kaffeemehl im Siebträger („in“) als auch das Gewicht des Espresso in der Tasse („out“) abwiegen. Unser Standardrezept für einen doppelten Espresso ist hierbei „18g in 40g out“. Diese Rezept behalten wir immer bei, geändert wird lediglich der Mahlgrad, welcher maßgeblich die Intensität und den Anteil der Säuren und Bitterstoffen beeinflusst:

  • ein feinerer Mahlgrad führt zu mehr Widerstand und höherer Extraktion: der Espresso läuft langsamer und löst mehr Geschmacks- aber auch Bitterstoffe
  • ein gröberer Mahlgrad führt zu geringerem Widerstand und weniger Extraktion: der Espresso läuft schneller und löst weniger Geschmack

Los geht’s!

1 – VORBEREITEN & WIEGEN.

  • Siebträger ausklopfen, säubern und abtrocknen
  • 18g Espresso mahlen und in den Siebträger füllen

2 – LEVELN & TAMPEN.

  • „Leveln“ bedeutet, dass man das Kaffeepulver gleichmäßig im Siebträger verteilt und eine ebene Oberfläche schafft
  • Gleichmäßig und vor allem waagerecht tampen (ca. 15kg)

3 – FLUSHEN & STARTEN.

  • „Flushen“: Wasser durch die Brühgruppe spülen, um Kaffeerückstände und zu heißes Wasser zu entfernen.
  • Siebträger einspannen, Waage und Tassen darunter platzieren und direkt den Bezug sowie den Timer starten

4 – STOPPEN & PROBIEREN.

  • Bezug so stoppen, dass genau 40g Espresso in der bzw. den Tassen landen.
  • Trinkt man den Espresso pur, macht es Sinn, diesen umzurühren. Die Crema ist gebundenes CO2 und schmeckt lediglich bitter, weshalb der erste Schluck meist (zu) sehr davon geprägt ist.
  • Tipp: Leicht abkühlen lassen. Zu viel Hitze betäubt die Geschmacksknospen der Zunge, wodurch nicht der volle Geschmack wahrgenommen werden kann.

5 – ANALYSE.

Schmeckt der Kaffee sauer und unterextrahiert? Mahle feiner, um mehr aus dem Kaffee zu lösen. Schmeckt er bitter und überextrahiert? Mahle gröber, um weniger Bitterstoffe zu lösen. Wichtig: nachdem der Mahlgrad verstellt wurde, muss man einige Gramm Espresso mahlen und entsorgen, sodass die Rückstände nicht den nächsten Bezug beeinflussen.

Für unsere Espressi Blomqvist, Lindberg und Reenberg empfehlen wir einen Mahlgrad zu wählen, der ein Extraktionsdauer von 27-29 Sekunden für die 40g Output bewirkt. Nyström schmeckt uns bei 30-32 Sekunden am besten. Tendenziell benötigen hell geröstete Arabica Röstungen eine längere Extraktionsdauer als dunklere Robusta Blends.

Wer es intensiver mag, kann die Brewratio verringern. Gängig ist z.B. 18g in 36 out, insbesondere für kräftigere Röstungen mit wenig Säuren. Bei sehr hellen Röstungen bietet sich oft ein höherer Output an, z.B. 18g in 50g out.

Viel Spaß beim Experimentieren!