Handfilter

V60, Kalita und Co.

Weiß man, wie man ihn zubereiten sollte, ist ein Filterkaffee aus dem Handfilter ein grandios leckeres und abwechslungsreiches Getränk. Durch die meist helleren Filterröstungen landen hierbei besonders viele, ursprungsspezifische Geschmacksmerkmale in der Tasse. Wer sich noch nie mit der richtigen „Technik“ auseinander gesetzt hat, wird überrascht sein, wie viel besser der Kaffee schmeckt, wenn man einige Tricks beachtet.

Wir zeigen dir in fünf einfachen Schritten, wie du deine Mühle und dein Equipment einsetzen kannst, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen.

Du benötigst:

  • Handfilter

  • Filterpapier

  • Filterkaffeemühle

  • Feinwaage

  • Timer

  • Löffel

  • Gefiltertes Wasser

  • Wasserkocher

  • Filterkaffee Bohnen

Gut zu wissen.

Wer bei der Verwendung jeglicher Brühmethoden besonders viel Geschmack in der Tasse haben möchte, wird erstaunt sein, was für einen Unterschied die Verwendung von guten Mühlen, Feinwaagen und Timern bewirkt.

Wir empfehlen Kaffee nach Möglichkeit immer frisch zu mahlen, da dies ein wesentlich intensiveres Ergebnis bewirkt. Darüber hinaus ist die Möglichkeit, den Mahlgrad ändern zu können besonders wichtig.

Wie immer haben wir auch beim klassischen Handfilter ein Standard Rezept: Wir nehmen 18g Filterkaffee für 300g gefiltertes Wasser. Man kann selbstverständlich auch weniger oder mehr Brühen, ein Richtwert ist immer:  6g Kaffee pro 100g Wasser zu verwenden.

Wichtig: Menge des Kaffeemehls und des Wassers sollten immer gleich bleiben, lediglich über den Mahlgrad werden Änderungen vorgenommen.

  • ein feinerer Mahlgrad bewirkt eine höhere Extraktion und eine langsamere Durchlaufzeit
  • ein gröberer Mahlgrad führt zu geringerer Extraktion und einer schnelleren Durchlaufzeit

Los geht’s!

1 – FILTER AUSSPÜLEN & KAFFEE WIEGEN.

  • Filterpapier in den Filter legen und mit heißem Wasser ausspülen. Dies beseitigt den unangenehmen Papiergeschmack und wärmt das Equipment vor.
  • 18g Kaffee abwiegen.

2 – WASSER KOCHEN & KAFFEE MAHLEN.

  • Wasser zum Kochen (auf 100° C) bringen. Bis zur Extraktion verliert das Wasser einige Grad, sodass man sich um „zu viel Hitze“ keine Sorgen machen muss.
  • Kaffee mahlen (mittlerer Mahlgrad), 18g in den Filter geben und im Anschluss die Waage nullen.

3 – BLOOMING UND GIESSEN.

  • Insbesondere sehr frischer Kaffee enthält noch recht viel CO2, weshalb man zu Beginn des Brühvorgangs den Kaffee quellen („blooming“) lässt. Zu Beginn den Timer starten und direkt 54 g Wasser (die zweifache Menge des Kaffeegewichts) vorsichtig und langsam aufgießen und mit einem Löffel unterheben. So stellt man sicher, dass das Kaffeemehl komplett durchnässt „bloomen“ kann, was zu einer wesentlich höheren Extraktion und dadurch intensiverem Geschmack führt.
  • Ab Sekunde 30 langsam, kreisend aufgießen bis insgesamt 180 g (60% der Gesamtmenge) erreicht sind.

4 – SWIRLEN, NACHGIESSEN, SWIRLEN.

Der Filter sollte mit einer kurzen, kreisenden Bewegung geschwungen („swirlen“) werden. Dadurch setzen sich weniger Partikel am Filterrand ab und die Oberfläche des Kaffeebetts wird geebnet. Beides führt zu einer gleichmäßigeren Extraktion.

Anschließend langsam auf 300g aufgießen und erneut „swirlen“.

5 – ABKÜHLEN LASSEN, PROBIEREN, ANALYSIEREN.

Ist der Kaffee vollständig durchgelaufen, kann man ihn gut und gerne ein bis zwei Minuten abkühlen lassen. Die Geschmacksknospen im Mund werden durch zu viel Hitze betäubt, weshalb man das tatsächliche Ergebnis direkt nach dem Brühen noch nicht richtig wahrnehmen kann.

Schmeckt das Ergebnis „laff“ und unterextrahiert? Feiner mahlen! Durch die vergrößerte Oberfläche der Partikel wird die Extraktion erhöht, der Kaffee schmeckt intensiver und die Durchlaufzeit verlängert sich.

Schmeckt er überextrahiert und bitter? Gröber mahlen! Dadurch werden weniger Stoffe gelöst und die Durchlaufzeit verringert sich.

Idealerweise erreicht man viel Intensität, viel Süße und wenig unangenehme Bitterstoffe.

Ein Trick für maximale Intensität: Brühe einige Kaffees in Folge mit jeweils immer feinerem Mahlgrad. Sobald das Ergebnis bittere Noten aufweist, stellt man die Mühle wieder 1-1,5 Stufen gröber und hat den „perfekten“ Mahlgrad.

Grundsätzlich gilt: Je besser die Mühle, desto homogener das Mahlgut. Je homogener das Mahlgut, desto besser der Geschmack. Minderwertige Mühlen produzieren überdurchschnittlich viele Feinpartikel („Fines“), welche den Geschmack deutlich zum Negativen beeinflussen.

Viel Spaß beim Experimentieren!